|
12. Juni 2026
Willkommen bei Pauls monatlichem hf Newsletter
***
Change
Liebe/r healing formula User.in,
in der Stille der Meditation öffnen sich neue Welten, Traumata lösen sich und viele Menschen haben das Gefühl, »wiedergeboren« zu sein. Werden auf diese Weise die notwendigen Veränderungen auf eine elegante Weise, nämlich soft, in Gang gebracht oder sogar gelöst? Für viele Menschen gilt daher der Buddhismus, gleichsam die Mutter aller Meditationen, als eine Art Heilslehre. Wer hört nicht gerne dem Dalai Lama zu, wenn er, sanft lächelnd, von der Verbundenheit und vom Mitgefühl spricht? So taucht die Idee auf, mit Meditation und Achtsamkeit können wir die Welt retten. Das wäre doch wunderbar, oder? Und ich kann mir vorstellen, dass es irgendwann darauf hinausläuft, dass wir in einer Welt von Frieden, Freude und Verbundenheit leben. Aber wer ist dann »wir«? Cool betrachtet, werden es die Überlebenden sein, die durch den Crash von Drogen, Krieg und KI hindurchgegangen sind. Wann wird das sein?
Jetzt. Wir sind mittendrin in diesem Wandlungsprozess, so wie die Französische Revolution (um nur ein prominentes Beispiel zu nennen) auch nicht mit dem großen Crash begonnen hat, sondern mit zahllosen Blasen über Jahrzehnte vorher.
Das Leben, die Natur, alles besteht aus Veränderung. Das geht mal sanft und kaum bemerkbar, aber schließlich immer mit Gewalt.
Erstaunlich, dass wir dieses einfache und brutale Prinzip nicht wahrhaben wollen. Tatsächlich ist es eine unglaublich simple Gesetzmäßigkeit, die sich sowohl in der Erdgeschichte wie auch an der Historie der Menschheit klar ablesen lässt: Change by Crash.
Und es gibt kein Rezept dagegen, weil es einfach so ist. Es kommt also darauf an, wie wir mit dieser Gesetzmäßigkeit umgehen. Meditation als »Eskapismus« kann dennoch sehr hilfreich sein – so wie ein schöner Urlaub es uns ermöglicht, ein stressvolles Jahr durchzuhalten. Ich nenne das Lifestyle-Meditation. Und die ist zweifellos ein gutes Alltags-Rezept in diesen unseren Zeiten.
Was wir jedoch letztlich brauchen, ist Zen-Meditation. Das erklärt sich in der berühmten Lehr-Geschichte vom Abt, der in Kriegszeiten als einziger im verlassenen Kloster verbleibt, und dann, als die Truppen eingedrungen waren, vom General gefragt wird: »Wisst Ihr nicht, dass ich derjenige bin, der euch ohne mit der Wimper zu zucken, töten lassen kann?« Und der Abt antwortet: »Wisst Ihr nicht, dass ich derjenige bin, der sich ohne mit der Wimper zu zucken, töten lassen kann?« Naja, die Geschichte hat sogar ein Happy End: Der General befahl, das Kloster zu verschonen.
Also, vielleicht geht es ja doch noch einmal gut ...?!
Gassho Paul
Jeden Mittwoch ‚Zen und Yoga Update‘, 18:15 Uhr bis 19:30 Uhr (Ausklang bis 19.45 Uhr) auf Zoom >>>
|